Über die Kantele

Die Kantele (Aussprache des „a“ mit offenem „o“, wie in „flott“: „Kontele“) oder Kanel ist das typische Instrument der Länder im östlichen Ostseeraum, hauptsächlich Finnland, Karelien und Estland. Ähnliche Instrumente finden sich aber auch in Lettland, Litauen und Rußland. Diese Instrumente gehören alle zur Familie der Zithern.

Die Kantele besteht aus einem flügelförmigen Resonanzkörper, auf dem, ausgehend von einem gemeinsamen Metall-Steg (varras) die Stahlsaiten gespannt sind. Es gibt kein Griffbrett, sondern die Saiten enden in Stimmwirbeln, wie sie auch von den harfenartigen Instrumenten bekannt sind. (Zum Wikipedia-Artikel über die Kantele)

Kantele
Eine Kantele von FRANZ BAUER (siehe Links)

Die Anzahl der Saiten variiert sehr stark. Es gibt Kanteles von 5 bis zu mehr als 40 Saiten. Die klassische, überlieferte Form ist die 5- oder 6-saitige Kantele, die in den genannten Ländern neben der Volksmusik, früher wohl auch für schamanische Rituale benutzt wurde. (Artikel zur Geschichte der Kantele (englisch))

Für improvisiertes Melodiespiel wird die Kantele oft pentatonisch gestimmt. Im Gegensatz dazu habe ich meine 6-saitigen Kanteles diatonisch, in D-Dur oder G-Dur gestimmt. Klar, dass mit 6 Saiten jeweils 1 Ton der Tonleiter entfällt. Bei der D-Dur Kantele habe ich das B und auf der G-Dur Kantele das E ausgelassen. Mit dieser Auswahl kann man ein Maximum an Akkorden für die Liedbegleitung erzeugen.

Es gibt zwei Spielweisen:

  • Für das Melodie-, bzw. Solo-Spiel werden die einzelnen Saiten mit den Fingern beider Hände gezupft.
  • Für die Liedbegleitung wird „invers“ gespielt: die Hände der einen Hand dämpfen die Saiten, die NICHT erklingen sollen ab und die andere Hand streicht alle Saiten an, so dass die nicht abgedämpften Saiten erklingen. Und wenn man jetzt die Saiten, die NICHT zu einem Akkord gehören dämpft, ist das Resultat – der Akkord! Das ist meine Spielweise – und sehr schnell zu erlernen 😉

 

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